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Fandom: F1

Created: 6/21/2026

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RomanceDramaSlice of LifeCharacter StudyRealismAlcohol AbuseAngstCanon SettingFluffRomance Novel
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Blaue Augen und das Echo einer Nacht

Der Geruch von teurem Parfüm, verschüttetem Gin und der klebrige Boden des Clubs hingen noch wie ein schwerer Schleier in meinen Sinnen, während die Bässe in meinem Hinterkopf nachbebten. Monaco bei Nacht war ein glitzerndes Labyrinth, und ich, Ophelia Mcglister – meistens einfach nur Lia genannt –, hatte mich mitten darin verloren. Es war einer dieser Abende, an denen man eigentlich nur mit der besten Freundin ein Glas Wein trinken wollte und plötzlich auf einer Tanzfläche stand, die Welt um sich herum vergessend.

Ich war nicht mehr nüchtern, das wusste ich. Die Lichter verschwammen zu bunten Streifen, und als die Menge zu dicht wurde, stolperte ich Richtung Bar. Kathy war längst weg, vermutlich mit irgendeinem charmanten Fremden, und ich suchte in meiner Tasche nach einem Zwanzig-Euro-Schein. Doch bevor ich den zerknitterten Schein dem Barkeeper entgegenstrecken konnte, drängte sich eine Gestalt neben mich.

„Der geht auf mich“, sagte eine angenehm tiefe, junge Stimme.

Ich blinzelte und sah in ein Gesicht, das so gar nicht in die Welt der arroganten Monaco-Elite passen wollte. Er lächelte mich an, und da waren sie: diese Grübchen. Sie machten ihn sofort sympathisch, fast schon jungenhaft charmant. Ich ließ ihn bezahlen, nippte an meinem Gin Tonic und merkte, wie mein Herz einen seltsamen Stolperer machte, der nichts mit dem Alkohol zu tun hatte.

Ich verlor mich in seinen Augen. Sie waren von einem so intensiven Blau, dass ich mich fragte, ob das Licht im Club mich täuschte. Er sprach mit mir, seine Lippen bewegten sich, doch ich starrte ihn einfach nur an, unfähig, ein Wort herauszubringen, bis ich mich mühsam aus meiner Trance löste.

„Sorry“, murmelte ich und spürte, wie die Hitze in meine Wangen stieg. „Wie heißt du eigentlich?“

Er schmunzelte, was die Grübchen noch tiefer werden ließ. „Mein Name ist Lando. Und du bist?“

„Ehm, ja... ich heiße Ophelia. Aber Lia reicht“, antwortete ich hastig. Ich hasste meinen vollen Namen eigentlich, er klang so furchtbar förmlich, aber in diesem Moment, unter seinem Blick, fühlte er sich fast wie ein Geheimnis an, das ich ihm anvertraute.

Wir redeten. Über Belanglosigkeiten, über die Musik, über die Hitze im Club. Es war leicht mit ihm. So leicht, dass ich alle Warnsignale ignorierte, die mein nüchternes Ich mir normalerweise zugeschrien hätte. Als er mich schließlich fragte, ob ich mit zu ihm kommen wolle, sagte ich ja.

Draußen war die Nachtluft Ende August erstaunlich mild. Wir schlenderten durch die schicken Gassen, vorbei an Luxuskarossen und Designerläden, bis wir ein mehrstöckiges Haus erreichten. Vier Stockwerke Treppensteigen später – was mit meinem Pegel eine echte Herausforderung war – standen wir in seinem Apartment.

Sobald die Tür ins Schloss fiel, gab es kein Halten mehr. Seine Hände fanden meine Hüften, seine Lippen meine, und die Welt um uns herum hörte auf zu existieren. Es war wild, fordernd und doch seltsam vertraut. Er hob mich hoch, ich schlang meine Beine um ihn, und wenig später fanden wir uns in seinem Schlafzimmer wieder.

Ich verlor mich erneut in diesen blauen Augen, als er sich über mich stützte. Alles an dieser Nacht fühlte sich wie ein Rausch an. Seine Lippen auf meiner Haut, das leise Stöhnen, das mir entwich, als er mich mit einer spielerischen Arroganz forderte, die mich fast um den Verstand brachte. Er genoss es sichtlich, wie ich auf ihn reagierte. Und ich? Ich wollte ihn einfach nur spüren, wollte diese Verbindung, die über einen bloßen One-Night-Stand hinauszugehen schien, auch wenn mein Verstand wusste, dass das eine Illusion war.

Irgendwann, Stunden später, lagen wir zusammengekuschelt in seinem großen Bett. Die Stille der Nacht war eingekehrt, und während ich langsam in den Schlaf glitt, dachte ich nur an eines: Ich würde diesen Mann wahrscheinlich nie wiedersehen.

Der nächste Morgen war ernüchternd. Ein Wecker riss mich aus den Träumen. Ich blinzelte gegen das helle Licht und sah Lando am Bettrand sitzen. Er wirkte erschöpft, die blauen Augen matt, dunkle Ringe darunter. Er sah aus wie jemand, der die Last der Welt auf den Schultern trug, oder zumindest die Last eines sehr vollen Terminkalenders.

„Hast du wenigstens gut geschlafen?“, fragte er mit rauer Stimme.

„Gut, aber kurz“, antwortete ich ehrlich.

Er murmelte etwas Unverständliches und verschwand im Bad. Ich nutzte die Zeit, um meine Kleidung zusammenzusuchen, die im ganzen Zimmer verteilt lag. Dabei fielen mir die Details der Wohnung auf: Fotos von Rennwagen, Helme, Pokale. Ein Autofan. Mein Bruder Cosmo würde ausflippen, wenn er das sehen würde. Wahrscheinlich war dieser Lando einfach einer der vielen reichen Jungs in Monaco, die ihre Zeit mit schnellen Autos vertrieben.

„Sorry, dass ich dich geweckt habe“, sagte er, als er wieder aus dem Bad kam, bereits fertig für den Tag. „Ich habe einen Geschäftstermin und muss in einer halben Stunde dort sein.“

„Schon okay“, sagte ich und versuchte, mir die Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Was hatte ich erwartet? Ein gemeinsames Frühstück mit Croissants auf dem Balkon?

Wir verließen das Haus gemeinsam, und an der nächsten Straßenecke trennten sich unsere Wege. Ein kurzes Lächeln, ein flüchtiger Abschied, und das war’s.

In den nächsten Tagen versuchte ich, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ich war Lehrerin an der International School of Monaco, ein Job, den ich über alles liebte. Die Arbeit mit den Acht- bis Elfjährigen forderte meine ganze Aufmerksamkeit, was gut war, denn so hatte ich weniger Zeit, über blaue Augen nachzudenken.

Doch Monaco war klein. Überall lauerte die Erinnerung. Wenn ich durch die Straßen lief, suchte ich unbewusst nach seinem lockigen Haar. Wenn ich mit Kathy im Café saß und sie mir von ihrem neuen Date Jason erzählte, drifteten meine Gedanken immer wieder ab.

„Lia? Bist du überhaupt bei mir?“, fragte Kathy und wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht.

„Entschuldige, ich war nur kurz abgelenkt“, log ich und nippte an meinem Tee.

Mein Blick fiel auf den Fernseher im Café. Nachrichten. Sportnachrichten. Sebastian Vettel würde die Formel 1 verlassen. Ich wusste kaum etwas über den Sport, außer dass Cosmo jedes Wochenende vor dem Fernseher saß und schrie, als hinge sein Leben davon ab.

„Sag mal, Kathy“, begann ich vorsichtig. „Kennst du einen Lando? Er fährt wohl gerne schnell Auto.“

Kathy lachte laut auf. „Lando? Du meinst Lando Norris? Lia, sag mir nicht, dass du mit einem der begehrtesten Formel-1-Fahrer der Welt geschlafen hast und nicht mal wusstest, wer er ist!“

Ich spürte, wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich. „Formel 1? Er ist Profi?“

„Er ist ein Star, Lia!“, rief sie fast schon zu laut, sodass sich die Leute am Nachbartisch umdrehten. „Gott, du bist so herrlich unbedarft. Interessierst dich für nichts, was mit Promis zu tun hat, und angelst dir dann einfach so einen Norris.“

Ich starrte auf meine Tasse. Das erklärte die Wohnung, die Helme, den Stress am frühen Morgen. Und es erklärte, warum er sich sicher nie wieder melden würde. Männer wie er hatten keine Zeit für Grundschullehrerinnen, die sich in Gedanken verloren und Roségold-Halsketten mit den Namen verstorbener Pferde trugen.

„Es war nur eine Nacht, Kathy. Er hat nicht mal nach meiner Nummer gefragt.“

„Vielleicht dachte er, du bist eine von denen, die nur auf seinen Ruhm aus sind“, überlegte Kathy. „Aber wenn er dich wirklich angesehen hat... ich meine, so wie du es beschrieben hast... dann vergisst man eine Lia nicht so einfach.“

Ich schüttelte den Kopf. „Vergiss es. Er ist ein Kapitel, das schon abgeschlossen ist, bevor das Buch richtig angefangen hat.“

Doch am nächsten Morgen, als ich mich für die Schule fertig machte, war es wieder da – dieses Gefühl. Ich legte die Kette mit dem Herzanhänger an, die Gravur von Elvis unter meinen Fingern spürend. Mein Vater hatte sie mir geschenkt, kurz bevor er starb. Sie war mein Anker, mein Beweis dafür, dass echte Bindungen existierten, auch wenn sie schmerzhaft enden konnten.

In der Schule war es ein gewöhnlicher Montag. Geschichte stand auf dem Plan, die Steinzeit. Die Kinder hingen an meinen Lippen, während ich von Mammuts und Höhlenmalereien erzählte. Für ein paar Stunden war ich einfach nur Ms. Mcglister, die Lehrerin, die immer ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Schüler hatte.

Doch in der Mittagspause, als ich auf dem sonnendurchfluteten Pausenhof stand, wanderte mein Blick zum Horizont, dorthin, wo man das Meer glitzern sah. Irgendwo da draußen war er vielleicht gerade auf einer Rennstrecke, umgeben von Kameras und Fans.

Warum gingen mir diese Augen nicht aus dem Kopf? Ich war keine Frau, die sich an flüchtige Begegnungen klammerte. Ich war bodenständig, unabhängig, vielleicht ein bisschen zu romantisch für mein eigenes Wohl, aber nicht naiv. Und doch fühlte es sich so an, als hätte Lando Norris etwas in mir hinterlassen, das sich nicht so einfach wegwischen ließ wie der Staub auf einer Schultafel.

Nach der Schule erledigte ich meinen Wocheneinkauf. Die Supermärkte in Monaco waren oft überfüllt mit Touristen, aber ich kannte die Schleichwege. Als ich schwer bepackt mit Tüten nach Hause lief, beobachtete ich den Sonnenuntergang. Der Himmel verfärbte sich in ein tiefes Violett und Orange – Farben, die mich an die Wärme in seinem Schlafzimmer erinnerten.

Ich postete ein schnelles Foto in meiner Instagram-Story, ohne viel darüber nachzudenken. Nur das Meer und die untergehende Sonne.

Zu Hause machte ich mir einen Nudelauflauf. Der Fernseher lief im Hintergrund, und wieder war da dieses Gesicht. Ein Interview nach einem Testlauf. Lando sah erschöpft aus, genau wie an jenem Morgen, aber als der Reporter einen Witz machte, blitzte dieses Grinsen auf. Diese Grübchen.

Ich schaltete den Fernseher genervt aus.

„Reiß dich zusammen, Lia“, befahl ich mir selbst laut in der leeren Küche. „Er weiß wahrscheinlich nicht mal mehr, wie du aussiehst.“

Ich aß meinen Auflauf, telefonierte noch kurz mit Kathy, die mir lang und breit von Jasons Parfüm erzählte, und legte mich dann früh ins Bett.

Doch der Schlaf kam nicht. Ich starrte an die Decke und dachte an das Gewicht seiner Hände auf meinen Hüften. Ich dachte an die Art, wie er meinen Namen ausgesprochen hatte – „Ophelia“, als wäre es ein Wort, das er erst noch schmecken musste.

Es war ein absurder Gedanke, aber in dieser Nacht, zwischen den Schatten meines Schlafzimmers, fühlte es sich so an, als wäre das Ende jener Nacht nicht das Ende unserer Geschichte gewesen. Monaco war klein. Und Schicksal war ein seltsames Ding, besonders für eine Frau, die sich viel zu oft in ihren eigenen Träumen verlor.

Irgendwo in dieser Stadt, nur ein paar Kilometer entfernt, lebte ein Mann, der die Welt mit dreihundert Stundenkilometern sah. Und hier war ich, die den Kindern beibrachte, wie man die Vergangenheit versteht. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Und doch... dieses Ziehen in meiner Brust sagte mir, dass wir uns wiedersehen würden. Nicht heute, vielleicht nicht morgen. Aber die blauen Augen würden zurückkehren.

Mit diesem Gedanken schlief ich schließlich ein, während draußen der Wind vom Meer her leise gegen meine Fensterscheiben drückte. Es war ein gutes Gefühl. Ein gefährliches, aber gutes Gefühl.
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